Die Geschichte der Feuerwehr Borna
Das Feuerlöschwesen der
Stadt Borna in den vergangenen Jahrhunderten
Seit alter Zeit bestanden in Borna Feuerschutzbestrebungen. Bei schweren, sich
der Stadt nähernden Gewittern hatten die Bürger reihum, einige auf
dem Kirchturm, einige im Ratskeller, einige im Zimmerhof, "Donnerwachen"
zu halten, bis die Gefahr vorüber war.
Jeder Brand in der Stadt und in Stadtnähe wurde vom Türmer durch das
Sprachrohr bekannt gegeben. "S´ ist Feuer nach N.N. zu!"
Eine rote Fahne zeigte bei Tage, eine rote Lampe bei Nacht, die Richtung an,
in welcher der Brand ausgebrochen war.
Die Bürger hatten in der Stadt "ein Geschrei" zu machen, damit
alle hilfspflichtigen Bürger sich schnell an ihre Stellplätze begeben
konnten.
Im Voraus waren schon die Geschirrführer bestimmt, welche die Spritze mit
den Spritzenleuten und Sturmfässern zu jeder Tages- und Nachtzeit zu fahren
verpflichtet waren
Im Jahre 1629
wird zum ersten Male ein Schlotfeger erwähnt, der jährlich einmal
sämtliche Feuermauern zu kontrollieren hatte. Nach dem großen Brand
von 1668 wurden die Strohdächer verboten und billige Ziegel von Ratswegen
den Bürgern zur Verfügung gestellt.
5. August 1668
Große Feuerbrunst in Borna: 91 Wohnungen, 2 Kellerhäuser, 18 Scheunen
wurden jämmerlich in Schutt und Asche gelegt, dabei auch das Rathaus. Bittbriefe
ergingen an den Kurfürsten von Sachsen mit einem Aufruf zu einer Spende
für die Betroffenen.
Der Bürgermeister wurde zur Verantwortung gezogen, weil nicht genügend
Eimer, Leitern und Schleusen vorhanden waren. Dieser wies die Anschuldigungen
mit der Begründung zurück, dass die Stadt dafür keine Mittel
hätte. Von seiner Seite wurde es so dargestellt, dass es sich bei der Feuerbrunst
um ein "Gottesgericht" gehandelt hätte (Blitzschlag). Die Ursache
des Brandes ist nicht bekannt und auch nicht aus den Unterlagen ersichtlich.
1676
wird der Schlotfeger fest angestellt. Nach langwierigen Verhandlungen werden
auch an verschiedenen Stellen der Stadtmauer Wassertore durchgebrochen. Sie
sind immer gut verschlossen zu halten. Der Schlüssel wird im Acciseschrank
im Rathaus aufbewahrt.
1701
Herausgabe einer Feuerordnung für die Stadt Borna.
1708
Ordnung über die Bestellung des Essenkehrens
Im Jahre 1716
kaufte die Stadt Borna in Magdeburg eine Feuerspritze für 500 Taler, was
damals eine sehr beträchtliche Summe war.
1723
bietet die Regierung eine Feuerlöschmaschine in drei Größen
an.
Ein Silberstecher aus Augsburg mit Namen Zacharias Greyl hatte diese erfunden,
starb jedoch und seine Bevollmächtigter bot sie dem Kurfürsten an,
der sie ausprobieren und im Dresdner Zeughaus ausstellen und herstellen ließ.
Die Stadt bestellte zwei Stück von jeder Größe. Sie hatten sich
nicht bewährt, denn in den Folgejahren wurden neue Spritzen angekauft und
in das 1699 gebaute Spritzenhaus, dessen Umbau und Verlegung sich bald notwendig
machte, eingestellt:
Die Löschwerkzeuge wurden meist vor den Jahrmärkten ausprobiert. Der
Tag der Spritzprobe bildete einen Festtag für die Bevölkerung und
die Wehr, denn der innere Brand wurde eifrigst gelöscht, wenn alle Übungen
geklappt hatten.
Die Feuerlöschordnung von 1717 regelte genau die Pflicht für die Bewohner
bei Feuergefahr.
Ein Feuerkommissar als erster Leiter bei Brandfällen wurde ernannt. Es
mangelte aber immer noch an einem geordneten Einschreiten zur Dämpfung
des Feuers, da eine gut organisierte und geübte Löschmannschaft fehlte.
1869
wurde der Antrag auf Errichtung einer Freiwilligen Feuerwehr beim Rat der Stadt
gestellt.
Die Stadt begrüßte diese Gründung und stellte 540 Taler aus
den Überschüssen der Sparkasse zur Bestreitung der Ausrüstungskosten
zur Verfügung.
28.11.1869
war die erste Übung, wo das Statut genehmigte wurde. Diese erste Übung
fand am Rathaus in Borna statt. 85 Personen waren versammelt, der Turnlehrer
Leonhard führte diese Übung durch und nahm auch die Ausbildung der
Feuerwehrleute vor.
10.12.1869
Die zum Feuerlöschdienst benötigte Schleuseneinrichtung wurde gebaut
und die im Rathaus befindlichen Spritzen und sonstigen Löschgeräte
sollten durch eine Gaslaterne beleuchtet werden
Über die Klärung der Kostenfrage gab es Meinungsverschiedenheiten.
Dezember 1869
Starke der Wehr: insgesamt 88 Mann
3 Züge
1. Zug Seilermeister Schade
2. Zug Brauereibesitzer Ed. Kunze
3. Zug Buchdruckereibesitzer Reiche
Kommandant der Feuerwehr: Karl Treiber
Stellvertreter: Zimmermeister Rose
Ärzte: Dr. Naumann und Dr. Möckel
Spritzen- und Schlauchmeister: Schlossermeister Schramm
Zahlmeister: Kaufmann Giebelhausen
Außerdem wurden folgende Funktionen bestimmt:
Adjutant, Rohrführer, 2 Vertrauensmänner der Züge, Signallist
In dieser aufgezählten Stärke wurde mit Fleiß, Ernst und Eifer
geübt. Zu diesen Übungen wurde mit Musik marschiert.
Die Versammlungen wurden in der Presse bekannt gegeben und jeder Zug hielt getrennt
seine Versammlungen im Ratskeller ab.
Auf Grund des Statutes wurde ein Fernbleiben von den Diensten und Übungen
bestraft.
12.04.1869
Sieben Bürger, darunter Advokat Fickenwirth, Buchdruckereibesitzer Reiche
und August Rose riefen im Wochenblatt vom 24. April zur Gründung einer
Freiwilligen Feuerwehr auf.
19.10.1869
Turnlehrer Leonhardt aus Leipzig wird mit der Ausbildung der Wehr beauftragt.
28.11.1869
Genehmigung der Statuten und Konstituierung der Freiwilligen Feuerwehr. Als
Ärzte für die Feuerwehr sind Dr. Möckel jun. und Dr. Neumann
zuständig.
08.12.1870
Übernahme des neuen Spritzenhauses und Einbringen der Geräte
09.03.1870
Der Gründer der Wehr, Advokat Fickenwirth wird zum Ehrenmitglied ernannt.
10.09.1870
Bau eines Steigerhauses auf dem Turmplatz an der Turnerstraße.
16.01.1876
Einführung neuer Uniformen an Stelle der bisherigen blauweißen Blusen.
18.04.1878
Bürgermeister Heinrich wird zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt
29.04.1883
Karl Treiber stiftet 100 Mark
24.12.1883
Anordnung der Theaterwachen. Bei Theateraufführungen wurden Feuerwachen
durch die Feuerwehr gestanden.
17.01.1885
Einführung der Dienstauszeichnung für 10-, 15- und 20-jährige
Dienstzeit.
24.04.1887
Gründung des Feuerwehrverbandes Borna. Der Verband besteht aus 6 Wehren.
02.10.1887
1. Bezirksverbandstag in Borna.
25.09.1894
Stiftung der Stadt Borna von 1 000 Mark anlässlich des 25-jährigen
Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr. Die Stadt bewilligt einen Unkostenbeitrag
von 200 Mark
15.04.1897
Anschaffung einer ausziehbaren Stützenleiter und eines Schlauchwagens bei
der Firma Magirus in Ulm.
28.08.1897
Durchführung des 10-jährigen Verbandstages in Borna
02.03.1909
Die Stadtverordnung bewilligen ein Ehrengeschenk für 30-jährige Dienstzeit.
11.10.1919
Feier des 50-jährigen Jubiläums in bescheidenem Umfang
29.11.1927
Weihe es neuen Gerätehaus und Steigerturmes in der ehemaligen Weißen
Kaserne
20.06.1928
Übergabe des Automobillöschzuges durch den Bezirksverband der Amtshauptmannschaft
an die FFW
12.08.1936
Bildung einer Altersabteilung der FFW. Alle über 60 Jahre alten Kameraden
werden zum behördlichen Luftschutzfeuerwehrdienst verpflichtet. Es gibt
keine Altersbegrenzung.
09.09.1936
Vorführung der neuen Leiter auf dem Marktplatz.
28.11.1938
Ausleihung der Handdruckwasserspritze durch Wehrführer Günther an
die Wehrmacht zum Auspumpen eines Wassergrabens.
17.04.1944
Anweisung des Landrates über Versicherungsschutz ausländische Arbeitskräfte
und Kriegsgefangener beim Einsatz zur Brandbekämpfung.
23.05.1945
Die amerikanische Militärregierung veranlasst die Ausfertigung einer "Liste
der Angehörigen der FFW der Stadt Borna."
12.07.1945
Übung der Freiwilligen Feuerwehr um 19:30 Uhr am Hauptdepot.
09.11.1945
Genehmigung der Militärregierung zum Abhalten einer Übung der Feuerwehr
am 11.11.1945
13.02.1945
Umgliederung entsprechen der Landespolizeibehörde Sachsens der FFW, Aufstellung
von 5 Löschgruppen zu je 2 Gruppen: Zugführer Arthur Starke, Otto
Landgraf und Martin Schatz.
31.05.1945
Zwangsverpflichtung für Angehörige der FFW durch den Landrat.
12.09.1945
Diebstahl der Reserveräder vom Elitelöschfahrzeug der Feuerwehr auf
dem Gelände der Gasanstalt.
07.07.1947
Übergabe des ehemaligen Krankenwagens der FFW Borna an die Berufsfeuerwehr
Görlitz.
26.07.1947
Neuer Alarmplan für die Feuerwehr des Landkreises Borna:
Gebiet 1 Borna für die Ortschaften: Nenkersdorf, Schönau, Neukirchen,
Wyhra, Zedtlitz, Lobstädt und Großzössen.
29.08.1947
Nutzung eines Feuerwehrfahrzeuges wegen defekter Kerzen in der Motorpumpe für
Holzabfuhren.
28.04.1949
Einrichtung einer ständigen Feuerwache in Borna im Seitengebäude der
ehemaligen Gasanstalt.
08.08.1969
Dampfsägewerkleiter Rinck dankt für die Einladung zur 100-Jahrfeier
und übermittelt einen materiellen Beitrag für das Fest.
02.09.1969
Beginn der Festwoche anlässlich der 100-Jahrfeier des Bestehens der FFW.
09.03.1973
Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Röthaer Straße
24.02.1976
Ernennung des Leiters der Abteilung F des VPKA Borna, Holstein, zum Ehrenmitglieder
der FFW.